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Verhaltensforschung
Erstellt am 30.12.2009

Buckelwale retten Robben vor Orcas

Buckelwale empfinden nach Ansicht zweier Biologen Mitleid gegenüber bedrohten Lebewesen. Sonst könne man nicht erklären, dass sie Robben wiederholt vor Angriffen durch Killerwale schützen.

Marine Rettungsaktionen

In einem aktuellen Artikel berichten die beiden Marinbiologen Robert L. Pitman und John W. Durban von entsprechenden Beobachtungen, die sie während einer Expedition in den Gewässern zwischen Südamerika und der Antarktis gemacht haben. Darin beschreiben sie, wie jeweils zwei Buckelwale eine von der Erbeutung akut bedrohte Robbe in ihre Mitte nahmen und so vor einer Gruppe jagender Orcas in Sicherheit brachten.

In einem dritten Fall filmten die Wissenschaftler, wie ein Buckelwal die gefährdete Robbe von einer zertrümmerten Eisscholle durch eine Rollbewegung auf den Rücken mit seinen riesigen Vorderflossen "in die Arme nahm" und durch Stupsen mit der Flosse so lange vor dem Hinuntergleiten in das Wasser bewahrte, bis sich die Robbe selbst in Sicherheit bringen konnte.
Transspezifischer Mutterinstinkt

Die Forscher vermuten als Grund für das Verhalten der Buckelwale eine Art Mutterinstinkt, der durch das aggressive Jagdverhalten der Orcas ausgelöst wird. Die Wale hatten selbst gerade keine eigenen Kälber in ihrer Obhut, als sie die Robben retteten.

Die vor knapp einem Jahr gemachten Beobachtungen verglichen Pitman und Durban mit anderen Fällen von ersatzelterlichem Verhalten bei Mensch und Tier, wie etwa dem Halten von Haustieren oder der gegenseitigen "Adoption" von Katzen und Hunden. (science.ORF.at/dpa)

Der Bericht „Save the Seal! Whales act instinctively to save seals“ ist im "Natural History Magazine" erschienen.

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