Seitentitel
PETA-Erklärung zur Pressemitteilung der Stadt und des Zoos Aschersleben vom
29. Dezember 2009
Verwerflicher Tierhandel des Zoos Aschersleben mit dem dubiosen Tierhändler
Werner B.
Von 75 an den dubiosen Tierhändler Werner Bode (Zeitraum 2005-2008)
abgegebenen Tierindividuen benennen die Stadt und der Zoo Aschersleben der
steuerzahlenden Öffentlichkeit den Verbleib von gerademal 17
Tiereinzelindividuen. Von diesen 17 Tieren wird aber nur bei neun Tieren
auch der Name einer angeblichen zoologischen Einrichtung genannt. Von vier
Individuen wird nur das Land, aber kein Zoo namentlich benannt.
Ein Zoo in Italien, an den angeblich vier Berberaffen gingen, konnten wir
seit Dezember 2008 bis heute nicht ausfindig machen. Wir gehen davon aus,
dass es diesen nicht gibt und es sich um eine Scheinadresse handelt, wie
nicht unüblich in dieser Tierhandels-Branche. Dass der Zoo keine Erklärung
für die Totenkopfäffchen hat, ist merkwürdig. Liegt doch PETA eine Kopie
einer Transporterklärung vom 20.06.2007 vor, die zeigt, dass zwei
Totenkopfäffchen bei der Ankunft eines männlichen weißen Tigers an
Tierhändler Werner B. abgegeben wurden. Dieser gab die beiden Tiere dann am
22.06.2007 an einen weiteren Tierhändler ab. Der Gefährdungsstatus des
Totenkopfäffchen ist laut IUCN: "Verletzlich".
An den Zoo Skearup (Dänemark) gingen, im Zusammenhang mit diesem riesigen
verwerflichen Tierhandelsskandal, merkwürdigerweise sehr viele Tiere von
Zoos aus ganz Deutschland. PETA vermutet daher, dass dieser Name nur als
Alibi-Zoo von den in die Kritik geratenen Zoos benannt wird. Erst eine
Strafanzeige unsererseits gegen den Tierhändler Werner B. wird aufklären
können, ob dieser dänische Zoo tatsächlich all diese Tiere erhielt, bei sich
auch lebend und artgerecht untergebracht oder auch nur im Form von Handel
weitervermittelt hat. Dies betrifft ebenfalls den niederländische Zoo
Lintrup.
Dass die Stadt und der Zoo Aschersleben den vermeintlichen Verbleib von nur
neun Tierindividuen von insgesamt 75 Individuen als "Aufklärung" bezeichnet,
ist mehr als lächerlich und zeigt, mit welcher fast schon kriminellen
Energie der von uns mittels Dokumenten aufgedeckte verwerfliche Tierhandel
weiter vertuscht und beschönigt werden soll.
PETA Deutschland e. V. ist der Meinung, dass der Zoo und die Stadt
Aschersleben die Chance nicht genutzt haben, offensichtlich gemachte Fehler
einzugestehen und für eine wirkliche Aufklärung gegenüber dem Ascherslebener
Bürger zu sorgen. Und nicht nur das: Für eine öffentlich-rechtliche
Gebietskörperschaft unwürdig versuchen sie, PETA zu diffamieren.
Wir möchten nochmals betonen, dass der Zoo Aschersleben dem dubiosen
Tierhändler Werner B. (immerhin wird eingestanden, dass auch nach
Lizenzlosigkeit ab 2007 mit Bode weiterhin Tierhandelsgeschäfte betrieben
worden sind!) und weiteren europaweit agierenden Tierhändlern letztendlich
satte Gewinne eingebracht hat und die Ascherslebener Bürgerinnen und Bürger
diese riesigen Gewinne indirekt mit ihren Steuerzahlungen mitfinanzierten.
Denn diese meist spurlos verschwundenen Tiere aus dem Zoo Aschersleben
wurden mit erheblichem finanziellen und personellen Aufwand gezüchtet und
gehalten. Genau dieser Aufwand wird von Steuergeldern subventioniert.
Übrigens, jeglichen Aufwand und sämtliche Kosten, die Tierhändler Werner B.
mit den Tieren aus Aschersleben hatte, kann er nochmals steuerlich geltend
machen. Der Steuerzahler zahlt also ein zweites Mal die Zeche.
PETA schließt, trotz weiteren Prüfungen und Recherchen, nicht mehr aus, nun
auch Strafanzeige gegen den Zoo Aschersleben und die städtischen
Verantwortlichen zu erstatten.
Interviewkontakt: Kampagnenleiter Frank Albrecht, PETA Deutschland e. V.,
FrankA@peta.de, Tel. 07156 / 17828-35