Islam zum Töten von Tieren

Im Anhang finden Sie die Stellungnahme  von
Dr. Seyyed Mohammad Nasser Taghavi
Islamische Akademie Deutschland/Islamisches Zentrum Hamburg
 
auf die Anfrage(vor ca. 4 Jahren) von Frau Karola Baumann
 
"Ob der Islam das Töten eines schwarzen Hundes gestattete"...
 
 
Quellangabe: Allahs Trautropfen Vertonung des Korans im Bild
ISBN 978-3-940459-02-2
Verfasst von Karola Baumann und Nina Ulrich
Shaker Media
Aachen 2008
 
 
Seite 14
 
 

IM NAMEN GOTTES

In Beantwortung der an ihn gerichteten Frage, ob der Islam das Töten eines schwarzen Hundes gestatte, erläuterte Hojjatoleslam wa-l-muslimin Dr. Sey­yed Mohammad Nasser Taghavi, der stellvertretende Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg, die Sichtweise des Islam zu dieser Frage wie folgt:

Zunächst möchte ich Ihnen für Ihre Achtsamkeit danken. Der Islam gesteht dem Menschen nicht das Recht zu, ein Tier, oder besser gesagt irgendein Lebewesen, das von Gott mit Existenz und Sein gesegnet wurde, dieses Segens zu berauben; auch ein Hund - gleich ob er schwarz oder weiß ist oder irgendeine andere Farbe hat - bildet hiervon keine Ausnahme, und grundsätz­lich spielt der Aspekt der Farbe keine Rolle. Jeder Mensch, der ein Lebewesen ohne Grund und rational begründbaren Nutzen tötet, hat eine Sünde began­gen und muss vor Gott dafür Rechenschaft ablegen.

In vielen Überlieferungen vom Propheten des Islam (s.a.s.) und den großen islamischen Persönlichkeiten ist das grundlose Bestra­fen oder Töten von Tieren als Tierquälerei bezeichnet worden. (Bei­spiele für derartige Überlieferungen sind in dem Vortrag über die Tier­rechte im Islam, der an der Universität Heidelberg gehalten wurde, genannt). Die islamischen Überlieferungen berichten davon, dass eines Tages Imam Hasan (a.s., der Sohn von Imam Ali, a.s., und wissende Enkelsohn des Propheten des Islam) gesehen wurde, als er gerade beim Essen war. Immer, wenn er sich selbst einen Bissen in den Mund steckte, warf er auch einem streunenden Hund, der sich in seiner Nähe niedergelassen hatte, einen Bis­sen zu. Als er gefragt wurde, warum er die Hälfte seines Essens diesem Hund gebe, gab Imam Hasan zur Antwort: „Ich schäme mich vor Gott, wenn die Augen eines Lebenwesens auf mich gerichtet sind, während ich beim Essen bin." Und der Prophet des Islam sagte: „Gott hat einen Mensch allein aus dem Grund, weil er seine Katze bestrafte und einsperrte, in die Hölle gebracht." Das ist die Methode des Islam und der großen islamischen Persönlichhkeiten.

Im Islam wird den Rechten der Tiere so große Bedeutung beigemessen, dass der Prophet des Islam sogar empfohlen hat, nachts nicht ohne Grund und Notwendigkeit das Haus zuverlassen, damit man nicht unwillentlich winzige Lebewesen zertritt, die in der Nacht für ihren Lebensunterhalt sorgen.

Abgesehen davon ist es völlig grund- und haltlos, ein solches Thema auf den Islam und seine großen Persönlichkeiten zu beziehen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Dr. Seyyed Mohammad Nasser Taghavi

 

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