Zoo-Tierkiller hat wieder zugeschlagen

2 Jaguarbabys im Tierpark totgespritzt
11. Januar 2010 15.49 Uhr, Ole Krüger
Zwei Jaguarbabys wurden eingeschläfert, nachdem der Vater ihnen angeblich die Zungen ausgebissen hatte.
Zwei niedliche Tierpark-Stars sind tot. Ende Dezember bekamen die beiden Jaguar-Babys Jumanes und Atiero die Todesspritze, sie wurden nur acht Monate alt. Das erklärte Zoo- und Tierparkdirektor Bernhard Blaszkiewitz der B.Z.
Das traurige Ende hatte ein dramatisches Vorspiel. „Vater Tipito hatte den beiden Jaguar-Jungen die Zunge abgebissen, deshalb mussten sie eingeschläfert werden“, begründet Blaszkiewitz die schwere Entscheidung.
Die Raubkatzen Jumanes und Atiero waren zusammen mit Schwesterchen Valdivia am 16. April 2009 im Tierpark Friedrichsfelde als Drillingskinder zur Welt gekommen. Während sich Mama Anafi (8) rührend um die Kleinen kümmerte, wurde Vater Tipito getrennt gehalten. Er konnte seinen Nachwuchs lediglich durch ein Schmusegitter sehen und beschnuppern – nach Weihnachten biss er ihnen dabei die Zungen ab.
Die Tierschutzorganisation Peta bezweifelt diese Version von Zoo-Chef Blaszkiewitz. „So viele Zufälle gibt es gar nicht, dass beiden Jaguar-Jungen gleichzeitig die Zunge abgebissen wird“, sagt Petas Zoo-Experte Frank Albrecht. Der Tierpark Berlin produziere immer wieder einen Überschuss von Tierbabys, da diese als „Kassenmagnet“ wirken würden. „Später müssen die Tiere entsorgt werden“, so Albrecht.
Erst im Dezember hatte die Tierschutzorganisation dem Zoochef illegalen Tierhandel vorgeworfen und Unterlagen dazu veröffentlicht. Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz hat die Vorwürfe zurückgewiesen.
PM: Mussten zwei Jaguarbabys im Tierpark Berlin sterben?
Berlin, 11. Januar 2010 – Zwei männliche Jaguarbabys sind im Tierpark Berlin spurlos verschwunden. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. vermutet, dass die beiden im März 2009 geborenen Raubkatzen getötet wurden. Denn nachdem die Tierrechtsorganisation letzten Monat in einer Recherche den illegalen Tierhandel der beiden Hauptstadtzoos aufgedeckt hat, steht den Zoos diese „Entsorgungsmöglichkeit“ für ungewünschte Jungtiere nun nicht mehr zur Verfügung. Der Tierpark Berlin produziert immer wieder einen Überschuss von Tierbabys, da diese als „Kassenmagnet“ wirken. PETA vermutet daher, dass in nächster Zeit zahlreichen überschüssigen Tieren in Berlin die Giftspritze oder der Gang zum Schlachthof droht.
„In den mehr als 500-seitigen Unterlagen zum verwerflichen Zoo-Tierhandel in ganz Deutschland, ist uns immer wieder ein Punkt aufgefallen: dass besonders oft männliche Tiere von den Zoos abgegeben wurden“, so Frank Albrecht, Zooexperte bei PETA Deutschland e. V. Nur der weibliche Nachwuchs würde von den Zoos behalten und später als „Gebärmaschine“ eingesetzt. Um diesen Missbrauch der Tierbabys nicht zu unterstützen, fordert PETA alle Menschen dazu auf, keine Zoos zu besuchen.
Lebensraum der Raubkatzen im Tierpark Berlin © PETA
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